Und wenn sie nicht gestorben sind? Ein Märchen. (2016)

ein Schulmusical von Manuel Buch und Elisabeth Rasch, empfohlen für die Klassenstufen 7 - 13

 

"Ich war die Heldin, war wunderschön, die Mitte meiner Welt,

man lag zu Füßen mir, erfüllte meine Wünsche.

Ich war etwas Besonderes und frag mich nun: Wo ist das alles hin?

Und ich muss einseh'n, dass ich ganz alltäglich bin."

Inhalt

Als der Moderator Markus Aurelius eines Abends nach seiner täglichen Quizshow noch einmal in sein Studio zurückkehrt, findet er dort Elise vor, eine von mehreren Märchencharakteren, die einer geheimnisvollen Einladung folgten und nun nach und nach eintreffen. Einige der sieben Zwerge sind dabei genauso vertreten wie Friedrich, einst als Froschkönig bekannt, der von seines Vaters Kammerzofe Johanna das Erbe streitig gemacht bekommt, die Schwestern aus „Frau Holle“, die ganz unterschiedliche Lebenswege einschlugen und sich noch immer nicht verstehen, Rumpelstilzchen als zunächst miesmutiger, aber erfolgreicher Geschäftsmann oder „der Hans“, der mit seiner etwas naiven Sicht in vielem das Schöne sehen kann.

Nachdem sich zunächst mehrere schon lange schwelende Konflikte auftun und ohne rechtes Ergebnis besprochen werden, merken die Versammelten schnell, dass es um mehr gehen muss als Streitereien. Sie erinnern sich an vergessene Gefährten, daran, wie es war, als sie noch im Mittelpunkt ihrer Geschichten standen und überlegen, wie sie mit der weitgehend ernüchternden aktuellen Situation umgehen könnten.

Auch hier jedoch gelangen sie zu keinem Königsweg und obwohl zwischenzeitlich nochmals gute Stimmung aufkommt, schlägt sich gegen Ende die allgemeine Unzufriedenheit durch und die Gruppe geht in einem offenen Ende auseinander. Nur eine für alle Charaktere unsichtbare Hexe sorgt dafür, dass es Ansätze von Versöhnung und Besinnung gibt.

 

Struktur und Musik

Die Handlung ist in einem Fernsehstudio angesiedelt, in dem normalerweise eine Quizshow produziert wird. Entsprechend bietet es sich an, neben einem zentralen Eingang aufsteigende Tribünen zu errichten, die von den Charakteren bespielt werden können. Empfohlen seien auch drei Sessel oder Stühle für den Moderator und Gäste, ein Tisch für Getränke, sowie ggfs. weitere kleinere studiotypische Einrichtungsgegenstände, die den Charakteren Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dies ist wichtig, da alle Charaktere fast die ganze Zeit auf der Bühne sind und auch, wenn sie keine Dialoge haben, über eine detaillierte Regieführung in plausible Handlungsverläufe eingebunden sein müssen. Das Libretto beinhaltet dafür viele Vorschläge.

Während vielerorts vor allem bedauert wird, dass die alten Märchen in Vergessenheit geraten und zunehmend von Kinohelden verdrängt werden, stehen bei diesem Stück die Fragen im Vordergrund, was eigentlich aus all den vergessenen Märchenfiguren wurde, wie sie sich jeweils mit der veränderten Welt abgefunden haben und welche Perspektiven sie haben. Wiewohl mit „Ein Märchen“ unterschrieben, geht es dabei nicht um eine einfache Gegenüberstellung von Gut und Böse oder ein vielleicht wünschenswertes, aber unrealistisches Happy End. Vielmehr wurde auf eine differenzierte Darstellung von Charakteren Wert gelegt, die sich im Laufe der Handlung zum Teil verändern, zum Teil aber auch in ihren alten Vorstellungen verharren.

Die in ihrem Kompositionsstil sehr vielfältigen Lieder helfen dabei, sowohl das Geschehen voranzutreiben als auch die jeweiligen Befindlichkeiten auszudrücken und sind stets organisch in den Handlungsverlauf eingebunden.

Geeignet ist das Stück für eine Theatergruppe der Klassen 7 - 13. Die meisten Gesangsparts erfordern stimmsichere Darsteller.

Besetzung

    Mit den Gesangsnoten wird ein aufführungsgeeignetes Playback geliefert. Instrumentalnoten gibt es keine.

     

     

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